Mittwoch, 8. Juli 2026

Nippon Connection 2026: Festivalbericht



Nachdem ich es letztes Jahr leider nicht auf die NC 2025 geschafft habe, konnte ich letzten Monat zum Glück wie gewohnt nach Frankfurt, um wie jedes Jahr mit Michael vom Festival zu berichten. Wie immer konnte Michael viele Filme schon im Vorfeld sehen und zur Vorbereitung noch einige Titel meiner Watchlist nachholen.


Unter anderem sprechen wir über folgende Filme aus dem NC Programm:

- Two Seasons, Two Strangers

- The Limit

- Dear Tomorrow

- The Deepest Space In Us

- Fiamma

- Any Mart

- Cosmo Corpus

- Fujiko

- SAI: Disaster

- Little Love Song

- Night Flower

Viel Spaß beim Lauschen und bis nächstes Jahr in Frankfurt.






Es folgen ein paar Impressionen der NC bei Nacht und das schöne Cafe Kante von nebenan.
























    

Montag, 18. Mai 2026

Videophobia [2019] & Go [2001]


Dass wir unsere Filmauswahl für eine neue Podcast-Folge oftmals aus dem Bauch heraus entscheiden ist nichts Neues. Diesmal war die Willkür aber besonders frappierend. Beide Filme behandeln ganz zufällig ein gesellschaftliches Problem in Japan, was uns zumindest bei einem der Filme nicht bewusst war.
 
In Daisuke Miyazakis "Videophobia" wird es düster und kryptisch. Irgendwer hat es auf  die junge Schauspielerin Ai abgesehen und verbreitet Sex-Tapes im Internet. Um ihren Ruf und die Karriere zu retten versucht sie den Übeltäter ausfindig zu machen. Doch ähnlich wie in Lynchs "Lost Highway" ist nicht ganz klar wer hier hinter der Kamera steht.
 
Es wird nostalgisch mit Isao Yukisadas "Go". Selbst wenn man den Film (wie ich) zuvor noch nie gesehen hat, fühlt man sich sofort an die ersten Gehversuche mit japanischem Kino erinnert. Denn für viele die auch heute noch japanische Filme lieben waren die frühen 2000er prägend durch Titel wie "Suicide Circle" oder "Battle Royal". Auf Bild- und Tonebene strotzt Go nur so von derselben Millenium-Ästhetik. Im Film folgen wir Sugihara, der aufgrund seiner koreanisch-stämmigen Eltern unter dem Stigma der sogenannten Zainichi leidet (Ausländer die in "Japan verweilen"). Die Eröffnungs-Szene zeigt ihn wie er bei einem Basketballspiel ausrastet. Von da an wird der Film in Rückblenden erzählt in denen es vor allem um seine Kindheit um seine persönliche Liebesgeschichte geht.
 
 
Unsere Filmempfehlungen:
 
- Gamaland (2026)
 
- The Chronology Of Water (2025)
 
- Hello My Friend (2026)
 
- The Love That Remains (2025)
 
- Kamome Diner (2006)
 
- Body Heat (1981)
 
 
Ab 1:16:00 geht es mit dem Hauptprogramm weiter.


Montag, 16. Februar 2026

Japanuary 2026: Over the Town [2019] & A Man [2022]













Unser gemeinsamer Japanuary fiel dieses Jahr etwas kurz aus. Trotzdem haben wir es geschafft über zwei etwas vergessenere Filme zu sprechen.

Die Auswahl viel eher willkürlich auf "Over the Town" und "A Man". Allerdings hatten wir beide Filme irgendwie öfter im Hinterkopf und ich erinnere mich daran, dass wir irgendwann meinten: "Die müssten wir mal besprechen".

In "Over the Town" (der im Westen auch als "On the Street" beworben wird) erfahren wir durch die Augen eines perspektivlosen jungen Mannes, wie es sich anfühlt im hippen Stadtviertel Shimokitazawa zu leben. Wir wühlen uns durch Vintage-Fashion und stöbern in Schallplatten-Cafés nach eventueller Liebe und einem kleinen Ort der Geborgenheit.

"A Man" schlägt dagegen eine komplett andere Tonart an. Sakura Ando lernt in ihrem kleinen Schreibwarenladen einen fremden jungen Mann kennen und plötzlich scheint das Leben soviel schöner, bis ein Schicksalsschlag alles verändert. Der Film hinterfrägt den Begriff der Identität und wieviel Bedeutung wir ihr zukommen lassen.

Unsere Filmempfehlungen bevor es mit dem Hauptprogramm (ab Minute 58) los geht.

- Sexual Drive (2021)

- Once Upon A Crime (2023)

- Super Happy Forever (2024)

- The Door Into Summer (2024)

- Die zweite Heimat - Chronik einer Jugend (1992)

- City Hunter (2024)

 

 
 
 Es folgen ein paar Fotos von meinem Japan-Trip 2024, in dem ich bekannte Locations in Shimokitazawa besucht habe und die auch in
Over the Town als Setting zu sehen sind.
 
 City Country City: Das gut versteckte Vinyl-Café
 
Unser Protagonist arbeitet in einem typischen Vintage-Fashion Store, die sich immer wie kleine eigene Welten anfühlen. Hier gibt es keine Fast-Fashion Sterilität und Eintönigkeit.

City Country City: In Over the Town wird hier über Wim Wenders philosophiert...fühlt sich an wie 
 eine Szene aus Coffee and Cigarettes.
 
Hier trifft unser Protagonist auf einen schrulligen Polizisten.
Ich hatte bereits vergessen, dass ich dieses Foto in Shimokitazawa geschossen hatte.


 

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Psychic Vision: Jaganrei [1988] & Foreboding [2017]


Ihr erinnert euch vielleicht noch an "Before We Vanish"? 

Genau das war der Film von Kiyoshi Kurosawa mit dem body-snatcher-esquen Thema über den ich mit Michael vor ein paar Jahren sprach.

Wir haben uns die Alternativ-Fassung "Foreboding", die ebenfalls von Kurosawa höchstpersönlich verfilmt wurde, angesehen und sahen im Grunde den selben Erzählstoff noch einmal im anderen Gewand. Es handelt sich hierbei um die serielle Umsetzung der Geschichte aus "Before We Vanish"...oder so glaubten wir. Es ist kompliziert und mehr dazu erfährt man im Podcast.


Besucher der Nippon Connection 2024 erinnern sich vielleicht noch an den Dokumentarfilm "The J-Horror Virus" von Regie-Duo Sarah Appleton und Jasper Sharp, die im Anschluss aus dem Nähkästchen plauderten. Wer aufgepasst hat, dem dürfte der Titel "Psychic Vision: Jaganrei" ein Begriff sein. Wir haben uns den Proto-J-Horror in der qualitativ einzig verfügbaren Fassung (nämlich verstörend unscharf) angesehen und waren sehr angetan. 

Lauscht uns gerne zu und werdet schlauer aber besonders neugieriger!


Im Vorfeld sprechen wir natürlich wieder über unsere Filmempfehlungen (oder auch mal Warnungen):

Korrektur: Wenn ich über "Heimat - eine deutsche Chronik" spreche, erwähne ich öfters mal den Ort "Heinsrück"...gemeint ist aber eigentlich "Hunsrück" und das Dorf aus den Filmen ist fiktiv und heißt "Schabbach" :).

- Scarlet (2025)

- Heimat - eine deutsche Chronik (1984)

- Meets the World (2025)

- Sirat (2025)

- Two Seasons, Two Strangers (2025)

- Mond (2025)

- Blossoms Shanghai (2023)


Ab 1:12:30 geht es weiter mit den Hauptfilmen.


Montag, 7. Juli 2025

Kiyoshi Kurosawa: Serpent's Path [1998] & Serpent's Path [2024]



Leider war ich dieses Jahr nicht auf der Nippon Connetion, weshalb die jährliche Nachbesprechung leider ausfallen musste. Umso mehr wurde es Zeit (sozusagen als kleiner Trost) wieder mal zwei Filme von unserem Lieblingsregisseur Kiyoshi Kurosawa zu besprechen.

Sowohl der orginale Serpent's Path von 1998, sowie das Remake von letztem Jahr liefen auf der diesjährigen Nippon Connection. Die Neuverfilmung des Stoffs ist somit Kurosawas zweite Filmproduktion in Frankreich neben "Daguerrotype".

Beide Versionen folgen handlungstechnisch der Logik eines typischen Rachethrillers: Ein trauernder Mensch will sein/ihr Kind rächen und sucht durch die gezielte Entführung nach den Verantwortlichen. Der Pfad der Vergeltung windet sich wie eine Schlange zur erhofften Erlösung. 

Was vielleicht nach jedem x-beliebigem Revenge-Thriller klingt weiß Kurosawa für sich zu nutzen, um den Zuschauer am Ende zu überraschen.

Außerdem sprechen wir im Vorfeld über diese Filme: 


- Worlds Apart (2024)

- She taught me Serendipity (2024)

- Pacifiction (2022)

- Tatsujin Warriors (2025)

- The Childhood of a Leader (2015)

- Unification of Japan (2013)


Ab 0:38:40 geht es mit dem Hauptprogramm weiter!



Sonntag, 30. März 2025

A Balance [2020] & Under your Bed [2023]

Menschen die unseren Podcast länger verfolgen, dürfte einer der beiden Filme im Titel bekannt vorkommen. 

Über den japanischen Under your Bed (2019) sprachen wir bereits in einem NipponConnection Special. Das Remake von Regisseur SABU, welches wir uns in dieser Folge vorknöpfen, verschlägt uns nach Korea und beleuchtet eine andere Seite der Handlung im Gegensatz zum Vorgänger von Mari Asato. "Fans von drastischem Kim-Ki-duk-Kino greifen zu" könnte man sagen, da sich vieles tatsächlich danach anfühlt was man aus Korea gewohnt ist.

In "A Balance" folgen wir der Journalistin Yuko, die an einer Dokumentation über einen rätelhaften Fall arbeitet, in dem eine Schülerin und ein Lehrer mit dem Leben bezahlen mussten – stets mit dem Anspruch ihrer moralischen Integrität gerecht zu werden. Als sich allerdings innerhalb ihrer eigenen Familie Abgründe auftun, sieht sie nicht nur ihre eigene Karriere gefährdet, sondern muss auch zwischen Wahrheit und dem Schutz aller Beteiligten abwägen.

In dieser Folge geht es also wieder gewohnt unbehaglich zu. Michael und ich lieben eben herausfordernde Filme. Danach gibt es aber immer viel Spaß beim Podcasten. Von daher: Tretet ein und hört uns zu!


In unserem Vorgespräch geht es um diese Empfehlungen:

- Nemuru Baka (2025)

- The Box Man (2024)

- The Man who failed to die (2025)

- Performance (1970)

- The Gesuidouz (2024)

- Oh, Canada (2024) 

 

Ab 1:03:40 geht es mit den Hauptfilmen weiter!


Dienstag, 18. Februar 2025

Japanuary 2025: Mermaid Legend [1984] & Door [1988]


Wie Michael ja des Öfteren erwähnt hatte, gibt es wohl eine weit verbreitete Meinung, dass japanische Film aus den 1980er Jahren irgendwie nichts taugen würden.

Wie man zu dieser Annahme kommen kann verstehen wir nicht ganz, aber beide Filme die wir in dieser Folge besprechen widerlegen diese steile These ganz offensichtlich.

In Toshiharu Ikedas "Mermaid Legend" folgen wir einem Fischer-Päärchen deren gemeinsames Glück von korrupten Großunternehmern entrissen wird. Im Zentrum der Handlung steht Migiwa, eine Ama-Muscheltaucherin, die sich auf eine Rachefeldzug begibt um die Verantwortlichen zur Strecke zu bringen. Durch die traumatischen Erlebnisse verliert sie im  Laufe der Handlung zunehmend den Verstand.

"Door" von Banmei Takahashi bedient ein weiteres Exploitation-Thema. Man kann den Film gut dem Home-Invasion Genre zuordnen, obwohl hier viel Eigenartiges vorzufinden ist, was man in anderen Vertretern des Genres nicht findet – beispielsweise die eigenartigen Verzerrungen von Stimmen bestimmter Figuren, die vielleicht die Paranoia und Isolation unserer Protagonistin versinnbildlichen sollen. Man weiß es nicht. Der Film handelt von einer Frau die den Großteil ihres Alltags zusammen mit ihrem Sohn zuhause verbringt. Zunehmend wird sie von Telefon-Verkäufern bedrängt, die sie gekonnt abwimmeln kann – bis einer der Anrufer damit droht Sie in ihrem schicken Apartment zu besuchen.


Im Vorfeld sprechen wir über diese Filme
:

- Faceless (2024)

- The Brown Bunny (2003)

- Matango (1963)

- Love & Pop (1998)

- Teki Cometh (2024)

- Tokyo Love Story (1991)

 

ab Laufzeit 1:09:30 geht es mit den Hauptfilmen weiter!

 

Sonntag, 19. Januar 2025

Japanuary 2025: Shadow of Fire [2018] & A Strange House [2024]



Der Japanuary ist in vollem Gange. Ein Grund mehr für uns, um über japanische Filme zu sprechen.


Zum einen sprechen wir über Hokage" bzw Shadow of Fire, einen weiteren Film von Großmeister Shinya Tsukamoto. Thematisch geht es bei ihm wieder darum die unsagbaren Schrecken des Krieges in Bild und Ton zu bannen, ganz so wie man es von ihm gewöhnt ist mit wenig Worten und viel körperlichem Schauspiel.

Deutlich leichter und auch ein wenig "pulpic" wird es dann in  Junichi Ishikawas "A Strange House", der seine Buch- bzw. Mangavorlage auf jeden Fall nicht leugnen kann.

 
Außerdem sprechen wir im Vorfeld über folgende Filme die wir letztens gesehen haben:

- Shinji Sōmai's 愛しい女 (Itoshi Onna) [1985]

- Kuro [2017]

- Circuit Nurse [1988]

- Heaven Is Still Far Away [2016]

- All the Long Nights [2024] 

- Black Box Diaries [2024]

- Ketzer [2024]

- Oh My Zombie Mermaid [2004]

- Verbrannte Erde [2024]

- Miniskirt Special Investigation Team L.E.G.S. [1998]

 

Ab 01:01 geht es mit den Hauptfilmen weiter. Viel Spaß!

 

Aus aktuellem Anlass: Ruhen Sie in Frieden Herr Lynch. Ihr Werk wird hoffentlich Jahrhunderte überdauern!

Montag, 2. Dezember 2024

Kiyoshi Kurosawa Special: Chime [2024] & Cloud [2024]

 

Wer uns seit Jahren hört der weiß, dass der Meister des Kinos der Heimsuchung, nämlich Kiyoshi Kurosawa bei uns regelmäßig besprochen wird. Dieses Jahr brachte er gleich drei Filme in die Kinos, was für uns ein Grund war zumindest zwei der Titel unter die Lupe zu nehmen.

Im Kurzfilm "Chime" werden wir durch ein Geräusch aus dem Automatismus des Alltags gerissen. Die Maschine im Kopf springt an bzw. tritt in den Hintergrund und wir erkennen die Absurdität unserer Realität. Ein Geist im Zentrum des Geschehens darf natürlich auch nicht fehlen und die sonst heimischen 4 Wände verwandeln sich in einen Ort der Befremdung.

Mit "Cloud" greift Kurosawa ein Thema auf, das in seinem wohl bekanntesten Film "Kairo" bereits die Hauptrolle spielte. Das Internet als Schreckgespenst, welches in die Realität strömt. Diesmal nicht in Form von Menschen die sich auflösen, sondern sich in der Wirklichkeit ganz so verhalten wie wir es aus Reddit-Kommentarspalten und sozialen Netzwerken gewohnt sind.


Im Vorfeld gibt es wie immer Filmempfehlungen von uns:


- The Day of the Jackal [2024]

- Ken and Kazu [2015]

- Aggro Dr1ft [2023]

- 11 Rebels [2024]

- Disclaimer [2024]

- The Skin I Live In [2011]

- Push Pause [2023]

 

Ab Minute 56 geht es mit den Hauptfilmen weiter.

Wir wünschen viel Spaß beim Lauschen!

 

Sonntag, 1. September 2024

Friedkin-Special: Sorcerer [1977] & To Life and Die in L.A. [1985]



Schweiß, Tränen, Blut oder dämonische Kotze. Das vielseitige Kino des William Friedkin kennt all diese Flüssigkeiten und weiß diese auch besonders wahrhaftig auszustellen. Anlässlich des Todestages des New Hollywood Regisseurs sprechen Michael und ich über zwei seiner Kultklassiker.

In "Sorcerer" wird einer Gruppe von im Exil lebenden Kriminellen ein absurdes Angebot gemacht. "Setzt euch in einen mit Dynamit beladenen Truck (den ihr zuvor selbst zusammenbasteln müsst) und fahrt damit quer durch den Dschungel, damit der Brand einer Ölquelle per Sprengung gelöscht werden kann." Der Haken an der Sache ist, dass das Nitroglycerin bereits aus den Dynamitstangen in die Boxen gesickert ist und jede holprige Bewegung dafür sorgen kann, dass die Ladungen vorzeitig explodieren. Das klingt doch alles so lächerlich unmöglich als käme es als Prüfung in Asterix erobert Rom vor. Genau aber daraus zieht der Film seine unfassbare Spannung.

Ein junger Willem Dafoe als Geldfälscher in Rollkragenpulli. All das und noch viel mehr gibt es in "To Live and Die in L.A.". In dem Film begleiten wir Richard Chance, der Rache an Dafoes Figur üben will. Dieser hat seinen frisch pensionierten und langjährigen Partner erschossen. Chances Hass ist groß, weshalb er auch nicht davor zurückschreckt die Grenzen des Gesetztes zu brechen um die Mörder seines Partners bluten zu sehen. Während der Handlung wummert der Soundtrack von Wang Chung mit fetzigen 80er Beats über den Film wodurch man sich gerne mal in der Sicherheit der üppigen Actionszenen wiegt. Dabei darf nicht vergessen werden, dass wir hier einen William Friedkin Film sehen in dem die bittere Realität jeder Zeit mit voller Härte zuschlagen kann.

Viel Spaß beim Neuentecken des New Hollywood Kinos und mit vor Style triefender 80s Ästhetik!


Über diese Inhalte sprechen wir im Vorfeld:

- Mutzenbacher [2022]

- Shinya Tsukamoto Q&A

- Glücklich wie Lazzaro [2018]

- MythBusters [2003–2016]

 
Ab 42:30 geht es mit den Hauptfilmen los!

Sonntag, 28. Juli 2024

The Albino's Trees [2016] & Evil Does Not Exist [2023]


 

Michael und ich begaben uns auf einen Balance-Akt zwischen Mensch und Natur. Zumindest handeln die beide Filme die wir sahen über dieses Thema.

In Ryusuke Hamaguchis "Evil Does Not Exist" dürfen wir wieder jedes noch so kleine Detail einer Präsentation über ein Glamping-Projekt mitverfolgen, das in einem entlegenen Dorf installiert werden soll. Typisch Hamaguchi halt, in bewährter Workshop-Manier wie wir es von ihm kennen. Sobald aber die Bewohner ihre Bedenken über das Vorhaben äußern wird die Diskussion hitziger und wir kleben den Teilnehmern an den Lippen.

Während wir sehr angetan sind vom neuen Hamaguchi polarisiert das Ende des Films sicherlich bei vielen Zuschauern.

In "The Albino's Trees" von Masakazu Kaneko gehen wir mit unserem Protagonisten auf die Jagd nach einem seltenen Reh. Für die eine Fraktion handelt es sich um eine unliebsame Mutation, für die andere eine heilige Natur-Gottheit.

Nicht nur das gemeinsame Thema verbindet beide Filme, sondern auch die wunderbaren Soundtracks von Eiko Ishibashi.

 

Über diese Filme sprechen wir im Vorfeld:

- Look Back (2024)

- The Bikeriders (2024)

- Worlds Apart 違国日記 (2024)

- Ripley (2024)

- Family Wars (2018)

- Network (1976)

- In A Violent Nature (2024)

- All About Lily Chou-Chou (2001)


Ab 1:20:22 geht es los mit dem Hauptprogramm!

 

Dienstag, 25. Juni 2024

Nippon Connection 2024: Festivalbericht & Filmempfehlungen

Michael und ich sprechen wieder mal (wie jedes Jahr) über die letzte Nippon Connection und stellen ein paar Highlights vor. 

Während Michael bereits einige Filme in Osaka sehen konnte, war ich in Frankfurt vor Ort und plaudere aus dem Nähkästchen. Da ich dieses Jahr bei vielen Q&As der Regisseure dabei sein konnte gibt es einige Anekdoten und Hintergrundinfos zu den jeweiligen Filmen.

Es wird über symbolträchtige Horrorfilme gesprochen, Dokumentationen über den Wunsch sich in Staub aufzulösen, Filme über Wasserfetische, eine Familienchronik in der Schizophrenie eine Rolle spielt, Roadmovies die oberflächlich an Kumiko the Treasure Hunter erinnern und einiges mehr.

 

Über diese Filme sprechen wir vor dem Festivalbericht: 

 

- May December (2023)

- Andromedia (1998)

- Killing (2018)

- Furiosa: A Mad Max Saga (2024)

- Kokuhaku: Confession (2024)

- La Bête (2023)

- Single 8 (2023)

 

Ab 1:04:40 geht es los mit der Nippon Connection.

Montag, 29. Januar 2024

Japanuary: Monster [2023] & March Comes In Like A Lion [1991]


Es geht weiter im #Japanuary! Hirokazu Koreeda beweist in "Monster", dass er das Familiendrama immer wieder neu erfinden kann, indem er uns die selbe Geschichte aus mehreren Perspekiven schildert. Menschen sind dazu verdammt aneinander vorbeizureden..aber vielleicht gibt es doch Hoffnung?

"March Comes in Like a Lion" von Hitoshi Yazaki erzählt von dem an Amnesie leidenden Haruo und und seiner Schwester "Ice". Die Gedächtnislücken ihres Bruders lassen Ice davon träumen eine Liebesbeziehung mit ihm zu führen. Wird die Erinnerung Haruos wieder zurückkehren? So unmöglich wie die verhängnisvolle Zukunft der beiden wirkt auch die Welt durch die sie sich bewegen, bestehend aus kalter Architektur und immer währenden Baustellen. Gesprochen wird nicht viel, dafür gibt uns der Film viel Zeit die Bildkompositionen zu genießen. Gewagte These..aber schöner sahen die 1990er im japanischen Kino nie aus.

Im Vorfeld gibt es wie immer Empfehlungen:

- Sakano No Ko (2022)

- Desperado Outpost (1959)

- Sibyl (2019)

- Eiga no Asa Gohan (2023)

- Ichiko (2023)

- Eileen (2023)

Ab Minute 49:40 geht es los mit den Hauptfilmen.

Sonntag, 14. Januar 2024

Japanuary: Extraneous Matter [2021] & Bad Lands [2023]


In der ersten gemeinsamen Japanuary-Episode 2024 bewegen sich Michael und ich zwischen monochromatischem Tentakel-Spaß und fragwürdigen "Ich-bin-deine-Enkelin-und-brauche-Geld-Anrufen".

In Extraneous Matter - Complete Edition von  Ken'ichi Ugana erwartet euch das was man sich vorstellt, wenn man die Wörter Japan und Tentakel in einem Satz hört...mit einem dann doch untypischen Twist im Nachhinein.

Masato Harada beschert uns in Bad Lands einen Thriller, in dem wir die Strukturen einer organisierten Betrügerbande aus Osaka kennenlernen. Zumindest zum Teil verstehen wir im Laufe des Films, wie ein Coup von A bis Z durchgeführt wird. Im Vordergrund stehen dann aber doch eher die inneren Dämonen der Hauptfiguren. Der Film ist aktuell auf Netflix zu finden!

Vorgeplänkel über Letterboxd-Statistiken gibt es diesmal sogar noch vor den Filmempfehlungen.

Über folgende Filme sprechen wir dann im Vorfeld ab ca. Minute 29:

- Kubi (2023)

- Typhoon Club (1985)

- You Won’t Be Alone (2022)

- Silent Night (2023)

- The Boy and the Heron (2023)

Ab Minute 59 geht es mit den Hauptfilmen weiter.

Wir wünschen gute Unterhaltung!

Sonntag, 24. Dezember 2023

Jahresrückblick 2023

 
Wir nehmen den Stardust-Aufzug ins neue Jahr und blicken darauf zurück was uns die Kulturindustrie beschert hat. Dabei geht es nicht nur darum was 2023 alles erschienen ist, sondern wir erzählen von unserer persönlichen Watchlist quer durch die Film- und Seriengeschichte. 
 
Fast alle Titel dürften bei den meisten Menschen unterm Radar geflogen sein...ihr dürft also viele Geheimtipps erwarten.
 
Michael hat dabei ein paar kuriose Fragen-des-Unbehagens vorbereitet, die ich zwar unvorbereitet aber alle brav beantwortet habe. Checkt einfach in den nächsten Tagen regelmäßig komdehagens.podcaster.de, um euch den vollen Jahresrückblick zu geben, mit vielen Fragen zu Themen die nichts mit Kino zu tun haben(und vielen anderen Podcastern).
 
Alle cineastischen Themen gibt es vorerst hier gebündelt im Podcast!
 
Über diese Titel sprechen wir im Podcast:

- Memories (1995)

- The Magician (2005)

- Mr. Inbetween (2018-2021)

- Bad Lands (2023)

- Godzilla Minus One (2023)

- Oshi no Ko (2023)

- Pluto (2023)

- The Deuce (2017-2019)

- One Piece (2023)

- March Comes in Like a Lion (1991)

- Love and Fortune (2018)

- The OA (2016)

- The Sound of my Voice (2011)

- Godland (2022)

- Shin Kamen-Rider (2023)

- Somniloquies (2017)

- Kyrie (2023)

- All About Lily Chou-Chou (2001)

- Love Letter (1995)

- Moonage Daydream (2022)

- Kaibutsu (Monster) (2023)

- Love Life (2022)

- The Guard from the Underground (1992)
 
-  Linda Linda Linda (2005)

...und der Film der mir während des Podcast nicht einfiel über die Angehörigen der Opfer des Om-Sekten-Anschlags war "Distance" (2001) von Hirokazu Koreeda.

Wir wünschen schöne Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch!
 

Sonntag, 8. Oktober 2023

Incredible But True [2022] & Smoking Causes Coughing [2022]


Es wird bizarr und französisch-surreal mit unserem Double-Feature von Regisseur Quentin Dupieux, der gerne mal zwei Filme im Jahr fertigstellt. Seine Filme schaut man weg wie man gutes Fast-Food konsumiert: lecker, und schnell nach mehr lechzend – denn meistens haben die nur eine Laufzeit von knapp einer Stunde.

Mit "Smoking Causes Coughing" machen wir einen Abstecher ins japanische Sentai- bzw. Tokusatsu-Genre, doch es wäre kein Dupieux-Film, wenn das Konzept dahinter nicht eine Stufe absurder gedacht wäre. Denn hier werden Bösewichte mit den schädlichen Bestandteilen von Zigaretten bekämpft. Was schon seltsam klingt, entpuppt sich im Laufe des Films als das noch "normalste" Element.

"Incredible But True" könnte man Fans von Zeitreise-Filmen empfehlen, oder denen, die das Genre hassen. Die Idee klingt so: "Was wäre wenn es im Keller deines Hauses eine Falltür gäbe, durch die man 12 Stunden in die Zukunft springt und mit jedem Gang hinunter gleichzeitig auch drei Tage verjüngt wird?" Mehr muss dazu nicht gesagt werden, denn die Abwärtsspirale die dadurch losgetreten wird könnt ihr im Film erleben.

Im Vorfeld sprechen wir außerdem über folgende Filme:

- Techno Brothers (Hirobumi Watanabe)

- Bad Guy (Kim Ki-Duk)

- Alice and Therese's Illusory Factory (Studio Mappa)

- Past Lives (Celine Song)

- Yoko (Kazuyoshi Kumakiri)

- Mit Verlust ist zu rechnen (Ulrich Seidl)

- Self-Revolutionary Cinematic Struggle (Gakuryu Ishii)


Ab Minute 56 geht es mit unseren Hauptfilmen weiter :). Viel Spaß beim Hören!

PS: Hört außerdem in Michaels Gastauftritt bei der "Second Unit" rein, wo er über eine Märchen-Adaption von Kaori Yuki spricht: "Ungeheuerlich Schön #05 – Belle und das Biest im verlorenen Paradies [2020-2022]"


Donnerstag, 20. Juli 2023

New Religion [2022] & Still Life of Memories [2018]


 
Heute wird es abseitig und abgründig. Wir sprechen über den mysteriös, kryptischen Arthouse-Horror "New Religion" von Keishi Kondo und danach geht es weiter mit dem erotischen Liebesdrama "Still Life of Memories" von Hitoshi Yazaki...oder war es umgekehrt?

Michael und ich haben uns zuvor nicht abgesprochen, aber beide Filme haben seltsamerweise mal wieder viele Gemeinsamkeiten. Es wird auf jeden Fall sehr subtil, metaphysisch, es gibt viel nackte Haut zu sehen und für Fotografen ist besonders "Still Life of Memories" ein Must-See, in dem die (von mir geliebte) Mittelformatkamera Pentax 67 eine große Rolle spielt.
 
Also haltet Ausschau, denn beide Filme sind wunderschön fotografiert und absolut sehenswert, auch wenn man mit vielen Fragen zurückgelassen wird (oder gerade deshalb).

Viel Spaß beim Zuhören und Neugierig-werden!



Sonntag, 9. Juli 2023

Nippon Connection 2023: Festivalbericht & Highlights


Ich spreche mit Michael über meine Eindrücke der Nippon Connection 2023, die vom 06. - 11.Juni in Frankfurt stattfand! Was hat sich seit der Zeit vor den Corona-Jahren getan und weshalb wird dieses Jahr und auch in Zukunft auf das beliebte Online-Programm verzichtet?

Lauscht mir dabei, wie ich über leckeres Shaved Ice schwelge, über einige Film-Highlights spreche und über Kuriositäten berichte.

Im Podcast erfährt ihr was euch auf dem schönsten Filmfestival der Welt auch nächstes Jahr erwartet...vorausgesetzt ihr mögt japanisches Kino.



Impressionen der Nippon Connection 2023:
(Fotos anklicken zum Vergrößern)

Toko Miura erhielt dieses Jahr den Rising Star Award


Wie immer gab es allerlei Handgefertigtes aus Japan zu kaufen

Shaved Ice...ein in vielen Schichten aufgetürmter Erfrischungs-Traum!

Fotoausstellung von Jumpei TAINAKA


Industrial chic: Die Naxos-Halle
 

Stilvoll, beliebt und günstig: Das Café Kante nebenan

 

Vorbereitungen für das Podcaster Powwow Frühstück

 
Das Gelände der NC ist wie jedes Jahr stimmungsvoll beleuchtet

 
Rechts: Eine der Vinyl Listening-Stations von Audio Technika


Fatal Frame Flashbacks.. im Händlerraum bei Nacht