Donnerstag, 21. März 2019

Zatoichi on the Road {1963} & Zatoichi and the Chest of Gold {1964}


Wenn Michael und ich über Filme reden heißt es wieder: "Perpetual Japanuary" (laut Michael II). In unserer Zatoichi-Reihe geht es mit "Zatoichi on the Road" weiter, der bereits dritte Film, welcher im Jahr 1963 zur Reihe entstand. Qualitative Abstriche waren demnach auch zu erwarten. Abenteuerlich und mit atmosphärischen Nachtaufnahmen geht es in "Zatoichi and the Chest of Gold" weiter. Typisch für die Reihe ist vieles gleich, aber alles was neu hinzukommt dafür umso besser. Viel Spaß!

Sonntag, 27. Januar 2019

#JAPANUARY: New Tale of Zatoichi {1963} & Zatoichi the Fugitive {1963}


Letztes Jahr im Januar sprach ich über Teil 1 und 2 der 26-teiligen Zatoichi-Reihe! Michael und ich setzen dieses Jahr mit "New Tale of Zatoichi" und "Zatoichi the Fugitive" quasi den offiziellen Start für unsere Zatoichi-Podcast-Reihe.

Damit ihr vorab schon einen Geschmack davon bekommt was euch mit der Filmreihe über den blinden Masseur erwartet: Wir begleiten unseren Protagonisten (Zato)Ichi dabei, wie er auf seiner Wanderschaft durchs feudale Japan, eher unfreiwillig, einen Berg Leichen hinter sich lässt und auch gerne mal den letzten Wunsch eines, durch seine Hand gestorbenen, Banditen erfüllt. Sein einziges Werkzeug: Gute Menschenkenntnis und ein Schwert, welches sich hinter seinem Wanderstock verbirgt. 

In Sachen Story erfindet die Reihe bisher das Rad nicht neu, aber glänzt durch immer wechselnde Schauwerte im Stile der James Bond Filme. An forderster Front in Sachen Qualität wäre da auf jeden Fall das Schauspiel von Shintaro Katsu, der vor allem durch seine überzeugende Mimik der Figur so richtig Leben einhaucht.

Untermalt wird das Ganze vom dramatisch-bombastischen Soundtrack von Godzilla-Komponisten Akira Ifukube. Noch nicht überzeugt? Mehr erfährt man in diesem, und jeden künftigen Podcast zur Reihe. Viel Spaß!

Freitag, 30. November 2018

Ole Bornedal Special: Nightwatch {1994} & Deliver Us From Evil {2009}

Dass Michael und ich nicht nur über japanische Filme sprechen können, haben wir ja mehrfach bewiesen. Auch diesmal bleiben wir unserer Agenda treu und haben zwei Filme eines eher unbekannten Regisseurs im Schlepptau. Viele von euch dürften Mitte bis Ende der 90er über Ole Bornedals "Nightwatch - Nachtwache" im Free-TV gestolpert sein. Andere denken sich jetzt: "Ach Moment, war da nicht dieser Leichenfledderer-Film, der immer ab 22:15 Uhr lief? Aber war der nicht mit Ewan McGregor in der Hauptrolle?" Falsch gedacht! 

Wir reden nämlich heute über Bornedals Debutfilm aus dem Jahre 1994, der gleichzeitig das Schauspiel-Debut für unseren "Game-of-Thrones-Pretty-Boy" Nikolaj Coster-Waldau darstellen sollte. Weiter geht es danach mit "Deliver Us From Evil", welcher uns neben all seiner Zynik wenigstens in den satirischen Momenten ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte.

Bevor es mit der Besprechung der Hauptfilme losgeht erzählt Michael noch von seinen Erlebnissen auf einem kleinen Filmfestival. Unter anderem geht es um: "CLIMAX", "Deadlock" und "The Man Who Killed Don Quixote".

Viel Spaß mit einer guten Portion beispielhaftem Thriller-Kino aus Dänemark!

Freitag, 19. Oktober 2018

Horrorctober 2018: Before We Vanish {2017} & Kotoko {2011}


Die Filme von Shinya Tsukamoto und Kiyoshi Kurosawa dürften fleißigen Hörern mittlerweile bekannt sein. Im Rahmen des Horrorctober 2018 heißt das natürlich, dass wir auch dann einen passenden Grund finden, um uns zwei wenig-besprochene Filme der beiden Herren vorzunehmen. 

In Before We Vanish setzt Kiyoshi Kurosawa wieder auf seichten Horror (wenn überhaupt) und erzählt von Aliens, die sich von menschlichen Guides die Welt erklären lassen. Thematisch wirkt vieles neu, lässt aber die typischen Kurosawa Elemente durchscheinen und hat im Kern der Idee sogar Ähnlichkeiten zu seinem 2016 erschienenen "Creepy". 

Mit Kotoko verfilmte Shinya Tsukamoto die psychischen Leiden des Pop-Idols "Cocco", die sich selbst in der Rolle von Kotoko verkörpert. Im Film spielt sie eine alleinerziehende Mutter, die unter dem Druck ihrer Lebensumstände zu Grunde geht. Was man in "Tetsuo - The Iron Man" noch als fantastisch übertriebene Gewalt wahrnimmt wird hier zum realen Horrortrip. Tsukamoto als Meister der qualvollen Geräuschkulisse weiß uns den Tag zu versüßen... 

Viel Spaß beim Hören :).


Freitag, 21. September 2018

Bin-Jip {2004} & The Naked Island {1960}


Seit gefühlt 2 Jahren wollte ich über Kim Ki-Duks spirituellen Film "Bin-Jip" sprechen, der im Gegensatz zum Großteil seines restlichen Schaffens auf das Abschneiden von Körperteilen verzichtet und uns mit traumartigen Szenen einlullt. 

Michael gab mir Anlass dazu ihn jetzt doch besprechen zu können und hat mir "The Naked Island" von Onibaba/Kuroneko-Regisseur Kaneto Shindo als geeignete Ergänzung vorgeschlagen. 

Die Gemeinsamkeit beider Filme? Gesprochen wird nicht viel! Hört unseren Podcast, wenn ihr erfahren wollt wie man eine gesunde Beziehung führt indem man sich im Schatten des herrischen Ehemanns versteckt, oder wieviel Ausdauer man benötigt um Gemüse auf einem trockenen Felsen zum Gedeihen zu bringen.


Freitag, 23. März 2018

Seijun Suzuki: Tokyo Drifter {1966} & Branded to Kill {1967}

Bereits im Japanuary sprachen Michael, Jan Lukas und ich über Seijun Suzukis "Zigeunerwaisen" und "Kagero-Za", die als Teil der Taisho-Trilogie mehr oder weniger als eine Art visuelle Hommage an Japans Ästhetik der 1910er und 20er Jahre funktionieren. 

Heute gehen wir in der Filmographie des Ausnahme-Regisseurs ein paar Jahre zurück und begeben uns mit "Tokyo Drifter" und "Branded to Kill" direkt ins damals angesagte (Yakuza)Crime-Genre. Da wir mitten in den Sechzigerjahren stecken darf, nach Ansicht von Suzuki, eine ordentliche Portion an westlich inspiriertem Pop-Art-Stil natürlich nicht fehlen.

Es erwartet euch unter anderem:

- Locations die sagen "Ich bin nicht Japan"
- Yakuza in puderblauen Anzügen
- Pinkes Mündungsfeuer
- Amerikanische Leuchtreklame
- Absurde Handlungsstränge
- Fallgruben vor Aufzügen
- Cartooneske Massenschlägereien in Westernsaloons
- Kein grüner Mond des Friedens
- Backen
- Reis-Geruch mit aphrodisierender Wirkung
- Clever kaschierter Sex auf Wendeltreppen
- Tot durch Abflussrohr
- Uneffiziente Killer die mit Paranoia töten
- Schmetterlinge am Spieß
- Duschhähne im Zimmer
- Ehefrauen die dein Haus anzünden
- Menschen die versuchen mit Leinwänden zu reden
- Der unwarscheinlichste Stunt aller Zeiten

Viel Spaß mit Suzukis eigensinnigem Stück Zeitkolorit, was für ihn gleichzeitig das Ende bei Studio Nikkatsu bedeuten sollte.

Dienstag, 23. Januar 2018

#JAPANUARY: The Tale of Zatoichi Continues {1962}


Durch dem großen Erfolg von "The Tale of Zatoichi" ließ es sich Studio Daiei nicht zweimal sagen einen würdigen Nachfolger des ersten Films nachzuschicken. So wurde "The Tale of Zatoichi Continues" noch im selben Jahr wie Teil 1, diesmal unter der Regie von Kazuo Mori, fertiggestellt und in den japanischen Kinos veröffentlicht.

Ein Jahr nach den Ereignissen des Vorgängers zieht die Handlung unseren Protagonisten wieder nach Iioka zurück, wo Zatoichi das Grab von Hirate besuchen möchte, um seinem verstorbenen Freund Respekt zu zollen. Während Ichi einen Auftrag als Masseur annimmt, wird er ungewollt Zeuge vom geistigen Zustand seines Auftraggebers, der unglücklicherweise der Kopf einer Yakuza-Gang ist. Zatoichi als einziger Zeuge soll von den Untergebenen des verwirrten Bandenchefs beseitigt werden, damit die unerwünschten Informationen nicht nach außen gelangen.

Im Gegensatz zum gemächlichem Erzähltempo des ersten Teils geht es in "The Tale of Zatoichi Continues" sofort zur Sache. Bereits nach wenigen Minuten im Film bekommen wir die erste Action-Szene gezeigt, in denen Schauspieler Shintaro Katsu wieder durch seine Performance mit der im Blindenstock versteckten Klinge glänzt. Die Choreografie der Kämpfe ist teilweise so schnell und chaotisch, dass man sich verleitet fühlt die Szenen nochmal auf halber Geschwindigkeit abzuspielen, um auch jede Bewegung mitzubekommen. Immer wenn Zatoichi sein Schwert blitzschnell zieht, glaubt man tatsächlich, dass Shintaro Katsu die Kunst des Iaido meisterhaft beherrscht.

Das zügige pacing hat zur Folge, dass es weniger ruhige Szenen gibt als im Vorgänger-Film. Auch die Kamera war in Teil 1 immer recht intim mit Zatoichi, wo wir das fehlende Sehvermögen unserer Hauptfigur förmlich fühlen konnten. Das war vor allem dadurch spürbar, da die Linse in vielen Szenen nur auf Zatoichi fokussiert war, und sprechende Figuren im Hintergrund nur in der Unschärfe zu erkennen waren. Die action-orientiertere Kamera aus "The Tale of Zatoichi Continues" steht dem Film aber gut zu Gesicht und macht auch deutlich, dass man für diesen Film den Kameramann gewechselt hatte.

In dem Wissen, dass sicherlich Zatoichi als Figur für den Erfolg des ersten Films verantwortlich war, und nicht etwa die Handlung, hat sich der Drehbuchautor ganz klar auf die Entwicklung des Protagonisten fokussiert.

Wir erfahren nicht nur mehr über Zatoichis vergangenheit, sondern bekommen auch ganz neue Facetten seines Charakters zu spüren, die einen besonders im Kontext des fatalistischen Endes ordentlich schlucken lassen. An vielen Stellen fällt unser Protagonist Entscheidungen, wie wir sie nicht von ihm erwartet hätten. Die romantische Beziehung von Ichi zu einer Geisha wirkt im Film teilweise etwas unglaubwürdig, bzw. lässt vermuten, dass dies ein Gimmick der Serie wird. Im Jahre 1962 war dies eine nachvollziehbare Entscheidung, wenn man über den Erfolg des im selben Jahr erschienenen "Dr. No" der James-Bond-Reihe nachdenkt (mit ebenso unglaubwürdigen Gespielinnen von Sean Connery).

Als Gegenstück zur Handlung des ersten Teils steht im Mittelpunkt des Films ganz klar die Rivalität zwischen Zatoichi und einem neuen Krieger (Tomisaburo Wakayama, "Lone Wolf & Cub"), über dessen Identität wir im Laufe der Handlung mehr erfahren. Während Zatoichi in Teil 1 als ehrenwerter Krieger vom Schlachtfeld zieht, wird er uns hier erstmals als tragische Figur offenbart.

Durch all die neuen Charakterzüge Zatoichis erhält die Reihe noch mehr an Tiefe und sollte jetzt auch solche Menschen hinter dem Ofen hervorlocken, denen die oftmals simple Figurenzeichnung von Genre-Filmen zu wenig ist.

Mit dem Finale des Films endet auch die letzte Produktion der Reihe, die auf monochromen Filmmaterial gedreht wurde. In "New Tale of Zatoichi" geht es dann wesentlich farbenfroher weiter (wovon vermutlich auch das Design der Criterion Blu-Ray Box inspiert ist).