Samstag, 4. Februar 2023

Japanuary: Tokyo Eyes [1998] & Organ [1996]

Michael und ich runden den Japanuary (mit leichter Verspätung) ab und entführen euch mit einem Double-Feature tief in die 90er-Jahre Japans.

In "Tokyo Eyes" von Jean-Pierre Limosin steht Folgendes auf der Tageskarte: Diffuse Neonlichter, lärmende Arcade-Automaten, ausgewaschene Jeans-Jacken, mit Mini-DV gefütterte Camcoder, flanierende Menschen à la Nouvelle Vague, DJs und viel elektronische Musik.

Etwas derber, aber dafür schön pikant geht es in Fujiwara Keis filmischen Kesselfleisch-Topf "Organ" weiter. Diese Zutaten erwarten euch: Düstere Schauplätze, Menschen die mit pflanzlichen Wänden verschmelzen oder eine Schmetterlings-Metamorphose durchlaufen, und Cronenbergsches Körper-Kino. Nur eine Thunderdome Compilation bietet mehr 90er-Jahre Horror.


Über diese Filme/Serien sprechen wir im Vorfeld:

Infernal Affairs (Andrew Lau, Alan Mak)

Godzilla: Final Wars (Ryuhei Kitamura)

Yamishibai: Japanese Ghost Stories (Studio ILCA)

The Vision of Escaflowne (Studio Sunrise)

Daikûkô (Airport)(Kôki Mitani)


Ab Minute 34:40 startet unser Hauptprogramm. Wir wünschen viel Spaß beim Zuhören!

Sonntag, 29. Januar 2023

Japanuary: SAGASU (Missing) [2021]


Shinzo Katayamas letzter Film "SAGASU" (Missing) lässt sich im Grunde in wenigen Worten zusammenfassen: "Tochter sucht ihren verschwundenen Vater, der sich auf den Weg macht einen Serienmörder zu fassen. Sein Ziel: Kopfgeld abkassieren!" 

Das klingt zunächst sehr einfach und sicherlich hat man Filme mit einer ähnlichen Handlung bereits gesehen. Sagasu bietet allerdings einen interessanten Genre-Mix, in dem viele Handlungsstränge und Stimmungen aufeinandertreffen. Im einem Moment zärtlich verspielt, in der nächsten Szene abgründig und brutal. Mehr soll über den Film gar nicht gesagt werden. 

Als Tipp sei schon mal gesagt: Wer auf japanisches Kino der frühen 2000er steht oder koreanischen Thrillern à la "I saw the Devil", "The Chaser" oder "Sympathy for Mr. Vengeance" nicht abgeneigt ist, wird mit SAGASU viel Spaß haben.


Samstag, 21. Januar 2023

Japanuary: The Wandering Moon [2022]

Wenn Michael und ich nicht ohnehin ständig über japanische Filme sprechen würden, dann spätestens zum Japanuary. Unser erster, gemeinsamer Beitrag zum diesjährigen Podcaster-Projekt startet gleich mit kontroversen Inhalten. 

In Lee Sang-ils "The Wandering Moon" trifft der Student Fumi auf die zehnjährige Sarasa im Park. Schnell spürt Fumi, dass Sarasa nicht mehr nachhause zu ihrer Familie möchte, worauf er sich entscheidet das Mädchen bei ihm wohnen zu lassen. Die Zweisamkeit währt nur kurz und endet mit der Verhaftung von Fumi. 15 Jahre später trifft Sarasa auf einen Mann, von dem sie glaubt ihre damalige Vaterfigur wiederzuerkennen. Alte Gefühle kommen zum Vorschein und damit der vorprogrammierte Aufschrei in der Gesellschaft. 

Die Inhaltsangabe lässt ein hitziges Gespräch über den Film vermuten, aber Michael und ich waren uns hier ziemlich einig. The Wandering Moon ist ein Film mit vielen Grautönen. Genaueres erfährt ihr im Podcast.


Über diese Filmtipps sprechen wir außerdem im Vorfeld: 

- Gæsterne(Speak No Evil)(Christian Tafdrup) 

- Dead End Run (Gakuryū Ishii) 

- Copenhagen Cowboy (Nicolas Winding Refn) 

- Ikari(Rage)(Lee Sang-il)

 

Ab Minute 46 beginnt das Gespräch zum Hauptfilm.

Montag, 28. November 2022

Ryusuke Hamaguchi: Intimacies [2012]

 

Intimacies gliedert sich mit seiner Laufzeit von 4 Stunden 15 Minuten in zwei Segmente: Im ersten Abschnitt folgen wir dem jungen Paar Ryohei und Reiko bei der Planung zur Aufführung ihres Theaterstücks "Intimacies". Durch Ryoheis eigensinnige Art kommt es während der heißen Phase zu Reibereien innerhalb des Ensembles.

Im zweiten Abschnitt des Films können wir in voller Länge der Aufführung des Stücks beiwohnen. Schon in den ersten Minuten wird ersichtlich an welchen Stellen die Akteure im Theater direkt aus der Seele unserer Hauptfiguren sprechen, welche uns zuvor des Films ans Herz gewachsen sind.

Mit Intimacies zeigt uns Hamaguchi zu was Theater als Ausdrucksform im Stande ist (quasi auch für Laien wie mich), indem er uns zuerst sehr viel Zeit mit unseren Figuren verbringen lässt. Im Stil des Cinéma vérité können wir Ryohei und Reiko lange ins Gesicht blicken und haben das Gefühl sie als Menschen zu verstehen, ohne dass sie im wörtlichen Sinne viel von sich erzählen.

Soviel sei gesagt: Intimacies ist kurzweiliger als die Inhaltsangabe plus Spielzeit vermuten lässt.

 

Über folgende Film-Tipps sprechen Michael und ich noch im Vorfeld:

- Sadako DX [Hisashi Kimura]

- Pearl[Ti West]

- Triple Cross [Kinji Fukasaku]

- Incredible But True [Quentin Dupieux]

- When The Rain Falls [Shusuke Kaneko]

- Tár [Todd Field]


Ab Minute 42 beginnt das Gespräch zu Intimacies.

Montag, 21. November 2022

Ryusuke Hamaguchi: Asako I & II [2018]

 

Wer das Schaffen von Ryusuke Hamaguchi erstmals durch seinen mehrfach ausgezeichneten Film „Drive My Car“ kennengelernt hat, wird bei Asako I & II vermutlich die Subtilität der Dialoge und die fein ausgearbeiteten Figuren vermissen, für die Hamaguchi überall gefeiert wird.

Vielleicht wird man auch nicht viel mehr erwarten, wenn man liest worum es in der Film-Adaption des Romans Netemo Sametemo (whether asleep or awake) geht: Es ist Liebe auf den ersten Blick als Asako und Baku sich auf offener Straße begegnen. Die beste Freundin ist skeptisch, denn in so tranceartigem Liebestaumel hat sie Asako bisher noch nie erlebt. Als Baku jedoch nach kurzer Zeit aus ihrem Leben verschwindet bleibt nur noch die Sehnsucht nach dem verlorenen Glück in Asakos Gedächtnis übrig… selbst als nach einigen Jahren ein Doppelgänger Bakus in ihr Leben tritt.

Michael und ich versuchen im Podcast zu ergründen ob Hamaguchi zu einem seiner Lieblingsthemen „die Unberechenbarkeit der Leidenschaft“ auch diesmal wieder viel zu sagen hat. Vorerst lässt uns der Film nämlich lange Zeit im Dunkeln tappen. Die Antwort kann man sich zwar ausmalen, aber mehr dazu im Podcast.


Montag, 26. September 2022

The Resurrection of the Golden Wolf [1979] & The Beast to Die [1980]

 

Der echte Space-Cowboy ist zurück! Ende der 70er- bzw. zu Beginn der 80er- Jahre mischte Yusaku Matsuda das japanische Actionkino auf! Man kennt ihn auch als das Gesicht von Spike Spiegel oder anderen popkulturellen Figuren (Onimusha, One Piece).

In "The Resurrection of the Golden Wolf" und "The Beast to Die" von Regisseur Toru Murakawa spielt Matsuda jeweils einen Outlaw mit zwei Identitäten, der sich auf perfide Art durch die Filme mordet...dabei ist es nicht immer leicht ihn als Hauptfigur zu ertragen. Als Zuschauer darf man immer schön miträtseln weshalb Matsudas Charakter zu den Gräueltaten fähig ist und auf welchen Wahnsinn die Filme wohl hinsteuern.

Neben dem ganzen Irrsinn erwartet euch allerdings stylisches Gangster-Kino der späten 70er mit schicken Schlitten, stylischen Wohnzimmern, poetischen Monologen und grimmigen Mannsbildern.

Lauscht uns fleißig - denn diesmal sind wir sogar zu dritt: Der wunderbare Michael, der epochale Robert und ich.

Donnerstag, 25. August 2022

The Beta Test [2021]

Die Suche nach einem passenden Screenshot, der die Stimmung von "The Beta Test" auf den Punkt bringt scheint unmöglich. Denn was der neueste Film von Jim Cummings und PJ McCabe an Ideen abfeuert lässt sich schwer in einem Satz zusammenfassen.

Wenn man es  aber doch darauf anlegt müsste man von einer Erotik-Thriller-Komödie sprechen, die mit dem Menschenschlag in Hollywood abrechnet...und da merkt man schon, dass sich das eigentlich zum Scheitern verurteilt anhört. 

Umso mehr wollte ich mit Michael über "The Beta Test" sprechen, weil Jim Cummings nach "Thunder Road" und "The Wolf of Snow Hollow" (in denen er auch die Hauptrolle spielt) noch einmal mehr beweist, dass er ein Tausendsassa des Indie-Kinos ist, der nicht nur Drehbuch, Regie, Sound Design und SFX selbst übernimmt, sondern mit geringstem Budget einen Film zaubern kann der fünfmal so teuer aussieht.

Für viele dürfte der Film eine Geduldsprobe werden (fragt Michael), denn Cummings spielt den kotzbrockigen Hollywood Agenten in seiner Überdrehtheit so glaubhaft, dass man ihm einerseits das Schlimmste wünscht, andererseits sich der spannenden Handlung nicht entziehen kann. Viel Gaudere mit 90 Minuten Fremdscham-Humor und natürlich danach beim Podcast Hören :).

Außerdem sprechen wir kurz und knapp über diese Filme:

- Decision To Leave (Park Chan-Wook)
- Zokki (Naoto Takenaka, Takayuki Yamada, Takumi Saitoh)
- Crimes of the Future (David Cronenberg)
- Convenience Story (Miki Satoshi)
- L'Argent (Das Geld)(Robert Bresson)
- Shigatsu No Sakana (Nobuhiko Ôbayashi)