Montag, 18. Mai 2026

Videophobia [2019] & Go [2001]


Dass wir unsere Filmauswahl für eine neue Podcast-Folge oftmals aus dem Bauch heraus entscheiden ist nichts Neues. Diesmal war die Willkür aber besonders frappierend. Beide Filme behandeln ganz zufällig ein gesellschaftliches Problem in Japan, was uns zumindest bei einem der Filme nicht bewusst war.
 
In Daisuke Miyazakis "Videophobia" wird es düster und kryptisch. Irgendwer hat es auf  die junge Schauspielerin Ai abgesehen und verbreitet Sex-Tapes im Internet. Um ihren Ruf und die Karriere zu retten versucht sie den Übeltäter ausfindig zu machen. Doch ähnlich wie in Lynchs "Lost Highway" ist nicht ganz klar wer hier hinter der Kamera steht.
 
Es wird nostalgisch mit Isao Yukisadas "Go". Selbst wenn man den Film (wie ich) zuvor noch nie gesehen hat, fühlt man sich sofort an die ersten Gehversuche mit japanischem Kino erinnert. Denn für viele die auch heute noch japanische Filme lieben waren die frühen 2000er prägend durch Titel wie "Suicide Circle" oder "Battle Royal". Auf Bild- und Tonebene strotzt Go nur so von derselben Millenium-Ästhetik. Im Film folgen wir Sugihara, der aufgrund seiner koreanisch-stämmigen Eltern unter dem Stigma der sogenannten Zainichi leidet (Ausländer die in "Japan verweilen"). Die Eröffnungs-Szene zeigt ihn wie er bei einem Basketballspiel ausrastet. Von da an wird der Film in Rückblenden erzählt in denen es vor allem um seine Kindheit um seine persönliche Liebesgeschichte geht.
 
 
Unsere Filmempfehlungen:
 
- Gamaland (2026)
 
- The Chronology Of Water (2025)
 
- Hello My Friend (2026)
 
- The Love That Remains (2025)
 
- Kamome Diner (2006)
 
- Body Heat (1981)
 
 
Ab 1:16:00 geht es mit dem Hauptprogramm weiter.


Montag, 16. Februar 2026

Japanuary 2026: Over the Town [2019] & A Man [2022]













Unser gemeinsamer Japanuary fiel dieses Jahr etwas kurz aus. Trotzdem haben wir es geschafft über zwei etwas vergessenere Filme zu sprechen.

Die Auswahl viel eher willkürlich auf "Over the Town" und "A Man". Allerdings hatten wir beide Filme irgendwie öfter im Hinterkopf und ich erinnere mich daran, dass wir irgendwann meinten: "Die müssten wir mal besprechen".

In "Over the Town" (der im Westen auch als "On the Street" beworben wird) erfahren wir durch die Augen eines perspektivlosen jungen Mannes, wie es sich anfühlt im hippen Stadtviertel Shimokitazawa zu leben. Wir wühlen uns durch Vintage-Fashion und stöbern in Schallplatten-Cafés nach eventueller Liebe und einem kleinen Ort der Geborgenheit.

"A Man" schlägt dagegen eine komplett andere Tonart an. Sakura Ando lernt in ihrem kleinen Schreibwarenladen einen fremden jungen Mann kennen und plötzlich scheint das Leben soviel schöner, bis ein Schicksalsschlag alles verändert. Der Film hinterfrägt den Begriff der Identität und wieviel Bedeutung wir ihr zukommen lassen.

Unsere Filmempfehlungen bevor es mit dem Hauptprogramm (ab Minute 58) los geht.

- Sexual Drive (2021)

- Once Upon A Crime (2023)

- Super Happy Forever (2024)

- The Door Into Summer (2024)

- Die zweite Heimat - Chronik einer Jugend (1992)

- City Hunter (2024)

 

 
 
 Es folgen ein paar Fotos von meinem Japan-Trip 2024, in dem ich bekannte Locations in Shimokitazawa besucht habe und die auch in
Over the Town als Setting zu sehen sind.
 
 City Country City: Das gut versteckte Vinyl-Café
 
Unser Protagonist arbeitet in einem typischen Vintage-Fashion Store, die sich immer wie kleine eigene Welten anfühlen. Hier gibt es keine Fast-Fashion Sterilität und Eintönigkeit.

City Country City: In Over the Town wird hier über Wim Wenders philosophiert...fühlt sich an wie 
 eine Szene aus Coffee and Cigarettes.
 
Hier trifft unser Protagonist auf einen schrulligen Polizisten.
Ich hatte bereits vergessen, dass ich dieses Foto in Shimokitazawa geschossen hatte.